Besuch im Aldea Infantil Westfalia

Ich war in unserem Kinderdorf in Peru und bin begeistert!“

Das gelbe Team fiebert bei der Dorfolympiade mit.

23 Jahre nach seinem letzten Besuch ist Hanno Spitzer wieder ins Kinderdorf in Cieneguilla gereist, nun schildert er uns seine Eindrücke.

„Als ich ins Kinderdorf fuhr, wurde ich herzlich von Liselotte Schrader-Woyke, unserer Projektleiterin, begrüßt und von einem fröhlichen und lauten Trubel: Über hundert Kinder machten eine familien- und altersübergreifende „Olympiade“ im Kinderdorf. Sie hatten großen Spaß und es war alles einfach schön, bunt, laut, wuselig und familiär.“

Besonders erfreut war Spitzer, dass diese schöne Aktion nicht eigens für den Gast aus Deutschland inszeniert, sondern Teil des normalen Kinderdorflebens war, so dass er inmitten des fröhlichen Treibens als Besucher nahezu unbemerkt blieb.

 

Das Kinderdorf als verlässliches Zuhause auf Zeit

Von Frau Schrader-Woyke erfuhr Spitzer, dass aktuell rund 100 Kinder im Kinderdorf sind. Davon wachsen 50 Kinder, die meisten von ihnen Waisen, langfristig in einer der Kinderdorffamilien auf. Erst wenn sie nach ihrem Schulabschluss auch eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, verlassen sie das Kinderdorf.

Die anderen Kinder wurden von den zuständigen peruanischen Behörden wegen Kindeswohlgefährdung ins Kinderdorf eingewiesen, meist sehr kurzfristig. Manche Kinder kehren nach einiger Zeit zu ihrer Familie zurück, andere bleiben jahrelang im Dorf, oft bis ins Erwachsenenalter. Trotz der ungewissen Aufenthaltsdauer werden sie liebevoll in die Kinderdorffamilien aufgenommen, ins Dorfleben integriert, beschult und natürlich medizinisch und psychisch betreut.

Schule als lokaler Entwicklungsimpuls

„Die Schule des Kinderdorfes ist Entwicklungsimpuls für die Nachbarn und Umgebung: Dort werden nicht nur die eigenen Kinder unterrichtet, sondern auch 80 weitere Kinder aus der Umgebung. Anstelle von Schulgeld können die Eltern der Kinder aus der Umgebung stundenweise mitarbeiten und an Aktivitäten im Kinderdorf teilnehmen,“ hat Spitzer beobachtet. Er lobt auch die regelmäßigen Weiterbildungen der Lehrkräfte der Grundschule, wodurch die Unterrichtsqualität laufend verbessert werde.

Auch das rote Team hat viel Spaß an der Dorfolympiade.

Wirtschaftlich und umweltfreundlich

„Das Kinderdorf leistet einen Beitrag zur Ernährungssicherung in der Umgebung und ist sichtbares Beispiel für Ressourcen- und Umweltschutz“, unterstreicht Spitzer: Die dorfeigene Landwirtschaft mit ihrer fortschrittlichen Irrigationstechnik trägt genauso zur Selbstversorgung bei wie die eigene, solarpumpenbetriebene Wasserversorgung und die leistungsstarke Photovoltaikanlage.

Eine gewachsene Dorfgemeinschaft

Spitzer berichtet weiter: „Mittlerweile sind hunderte von Kindern im Kinderdorf aufgewachsen. Viele stehen auf eigenen Beinen und haben eine eigene Familie. Dabei bleibt die Verbundenheit zum Kinderdorf. Zu Festen wie Weihnachten oder Ostern kommen sie zu Besuch und engagieren sich darüber hinaus im Kinderdorf.

Als Beispiele möchte ich Charlie und Raymundo nennen, beides Waisenkinder. Ich lernte sie bei meinem ersten Besuch 1992 als Babys kennen. Jetzt sind sie groß, lange mit der Ausbildung fertig und im Kinderdorf aktiv: Der eine kümmert sich um Verwaltung und Finanzen, der andere für Organisation und Außenkontakte wie zu den peruanischen Behörden.“

Spitzers positives Fazit:

„Ich bin sehr glücklich! Nach über 30 Jahren Engagement und Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit und für das Kinderdorf in Peru kann ich sagen: Das Kinderdorf ist ein voller Erfolg.“

 

Hanno Spitzer – Informationen zur Person

seit 35 Jahren hat Hanno Spitzer mit Entwicklungszusammenarbeit zu tun. Seit 1997 ist er im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) tätig, seit 2008 als Regierungsdirektor. Für das BMZ arbeitete er auch 9 Jahre in Afrika.

In den Neunzigerjahren sammelte er mit einer Gruppe junger Paderborner Spenden zum Aufbau unseres Kinderdorfes in Peru.

Besonders mit einer 6.107 km langen Radtour der Gruppe – in 57 Tagen vom Nordkap nach Gibraltar – generierte die hochengagierte Gruppe genügend Spenden für den Bau von zwei Häusern, die heute als Klassenräume der Grundschule genutzt werden.

 

 

Sie möchten das Kinderdorf in Peru unterstützen?

Eine Möglichkeit zu Online-Spenden – bitte unter dem Stichwort „Kinderdorf Peru“ – finden sie hier.
Unsere Spendenkonten finden Sie hier.

 

 

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