KINDER. JUGEND. ZUKUNFT.
Das Kinderdorf “Niedersachsen” in Dissen
Das Kinderdorf „Niedersachsen“ ist eine systemisch orientierte Facheinrichtung der Jugendhilfe mit stationären und ambulanten Angeboten. Die Häuser, in denen unsere Kinderdorffamilien und Wohngruppen leben und arbeiten, liegen mitten in Dissen und sind integraler Bestandteil eines natürlich gewachsenen Wohnumfeldes.
Die Häuser mit ihren differenzierten Angeboten und unterschiedlichen Betreuungsintensitäten bieten Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen und tragenden Lebensort, ein Zuhause für kürzere oder längere Zeit. Unsere Betreuung und Begleitung ist, dem Auftrag durch die Jugendämter/Sorgeberechtigten Folge leistend, auf Rückführung zu den leiblichen Eltern oder Verselbständigung ausgerichtet.
Kontakt | Ansprechpartner
Westfälisches Kinderdorf „Niedersachsen”
Wallisstraße 4
49201 Dissen
Tel.: 0 54 21 / 94 24-013
Fax: 0 54 21 / 94 24-20
E-Mail: wkn@wekido.de
Leiterin des Kinderdorfs
Insa Steinmeyer
Tel: 05421/ 94 24 013
Mobilnummer: 015 156 313 650
E-Mail: insa.steinmeyer@wekido.de
Hilfen zur Erziehung
Die stationären und ambulanten Angebote im Kinderdorf:
- 2 Kinderdorf-Familien
- 1 altersgemischte Wohngruppe
- 4 Heilpädagogische Wohngruppen
- Intern Betreutes Wohnen für ältere Jugendliche und junge Erwachsene
- Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandsschaften und Nachbetreuung
Sonstige Angebote im Sozialraum:
- Sozialpädagogischer Hort
- Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) in Dissen
Bereichsleitung:
Frau Bentler, Pädagogische Beraterin
Frau Kaczmarczyk, Heilpädagogin
Frau Vaak, Diplom-Sozialpädagogin/-arbeiterin
Anschrift:
Westfälisches Kinderdorf „Niedersachsen”
Wallisstraße 4
49201 Dissen
Tel.: 0 54 21 / 94 24-0
Fax: 0 54 21 / 94 24-20
E-Mail: wkn@wekido.de
E-Mail: kinderdorf.niedersachsen@wekido.de
Kinderdorf-Familien
Kinderdörfer haben eine lange Tradition und reiche Erfahrungen in der Familienpflege und -erziehung. Kinderdorf-Familien bieten Kindern die Chance unter quasi natürlichen familiären Bedingungen aufzuwachsen. Engagierte Eltern, mindestens einer von ihnen pädagogisch qualifiziert, nehmen bis zu fünf Kinder in ihre Familie auf. Gemeinsam gestalten sie ihren Alltag, bewältigen die Probleme und organisieren die Freizeit.
Neben dem beziehungs- und erziehungserfahrenen Ehepaar unterstützen eine/ein Erzieher(in) und eine Hauswirtschaftskraft die Kinderdorf-Eltern bei der Versorgung, Betreuung und Erziehung der Kinder.
Bei den Häusern, in denen Kinderdorffamilienpädagogik stattfindet, handelt es sich um vereinseigene Liegenschaften inmitten der Kleinstadt Dissen mit Einzelzimmern für die Kinder, diversen Funktionsräumen und großen Gärten.
Kinderdorf-Familien sind so verschieden wie andere Familien auch. Eigentlich ganz normal. Und, so sehr wir auf die Verschiedenheit und damit einher gehende Individualität der Kinderdorf-Familien Wert legen, so sehr achten wir bei Neuaufnahmen auf die zwischenmenschliche und pädagogische Passung zwischen Kinderdorf-Eltern, den bereits in der Familie lebenden Pflegekindern und dem neu aufzunehmenden Kind.
Kinderdorf-Eltern übernehmen die Funktion der leiblichen Eltern. Das besondere emotionale Band zwischen den Kinderdorf-Eltern und ihren Pflegekindern ist stets spürbar und hält in Krisen, Problemsituationen, alltäglichen und besonderen Schwierigkeiten. Aber Obacht! Kinderdorf-Eltern übernehmen die Funktion, nicht aber den Status der leiblichen Eltern. Kinderdorf-Kinder sind Kinder mit zwei Eltern. Das hat zur Folge, dass immer wieder produktive Kompromisse zwischen Gefühl und pädagogischem Auftrag, Wunsch und Wirklichkeit erarbeitet werden müssen. Engagement, Ehrlichkeit, Fachlichkeit und Solidarität aller werden hier gebraucht! Eine gute Zusammenarbeit der Kinderdorf-Eltern mit den Herkunftseltern unter der fachlichen Führung und Gestaltung der Familienberaterin/Bereichsleiterin soll dies gewährleisten.
Kontakt:
Heiner Leimkühler
Tel.: 0151 507 47 366
Fax: 0 54 21 / 94 24 20
E-Mail: heiner.leimkühler@wekido.de
Altersgemischte Wohngruppe
Das große Einfamilienhaus unserer altersgemischten Wohngruppe hält für acht Kinder und Jugendliche einen angemessenen Wohn- und Lebensraum bereit. Die Einzelzimmer, diverse Funktionsräume, der Garten mit Toberasen und sonnendurchströmter Terrasse mit Grill- und Chill-Ecke bilden das Ambiente für eine pädagogische Arbeit, die auf Lebensfreude, Persönlichkeitsentwicklung und Partizipation basiert.
Mädchen und Jungen ab fünf Jahren, die aufgrund ihrer Vorerfahrungen nicht erneut familiären Bedingungen/Beziehungen ausgesetzt werden können oder deren Eltern ihr Kind nicht in eine andere Familie geben wollen, finden in der Wohngruppe ein Zuhause auf Zeit.
Fünf pädagogische Fachkräfte arbeiten nach dem Bezugsbetreuungssystem und bieten einen geeigneten Betreuungsrahmen für kindliche (Nachhol-)-Bedarfe, pubertäre Ich-Bezogenheit, Selbst- und Beziehungserfahrungen, Entwicklung und Förderung der Selbstwirksamkeitskräfte, Alltagshandeln, Gruppenleben u. v. m.
Das pädagogische Team wird ergänzt durch eine Hauswirtschaftskraft und erzieherische Zusatzkräfte nach Bedarf.
Die pädagogische Arbeit ist bestimmt durch Halt gebende Strukturen und selbst entwickelte Rituale im Tages- und Wochenablauf. Der Befriedigung kind- und jugendgerechter Bedürfnisse wird viel Raum gegeben. Kinder- und jugendtypische Verhaltensweisen werden – in Grenzen – zugelassen, „ausgehalten“, und es wird sich damit auseinandergesetzt. Kind/Jugendlicher und Betreuer(in) sollen zusammen Spaß haben, von- und miteinander lernen, sich ernsthaft auseinandersetzen dürfen und wieder vertragen können.
Die Wohngruppe ersetzt nicht die Familie mit ihren besonderen, intensiven Beziehungsgeflechten. Die Mitarbeiter(innen) bieten eine Wohngruppenpädagogik, die gleichzeitig die Freiräume für individuelle Bedürfnisse und Interessen wahrt und ausdrücklich eine aktive Bezugserziehergestaltung umsetzt.Beides geschieht unter der besonderen Berücksichtigung der individuellen Wünsche von Nähe und Distanz.
Die Auseinandersetzung mit der Kindheit und dem „Erlebnis Familie“ ist Bestandteil der Elternarbeit und wird in den Prozess der Ablösung von bzw. der Rückführung in die Herkunftsfamilie integriert.
Kontakt:
Heiner Leimkühler
Pädagogischer Berater
Tel.: 0151 507 47 366
Fax: 0 54 21 / 94 24 20
E-Mail: heiner.leimkühler@wekido.de
Heilpädagogische Wohngruppen
Die Heilpädagogischen Wohngruppen befinden sich in den besonders geräumigen Einfamilienhäusern des Kinderdorfs. Hier leben Mädchen und Jungen, die in ihrer Entwicklung verzögert, entwicklungsgestört, in ihrer Seele verletzt worden sind. Die Lehre spricht von emotionalen Störungen, Bindungsstörungen, Störungen im Sozialverhalten, fetalem Alkoholsyndrom, AD(H)S, psychischen Störungsbildern etc.
Aufgenommen werden Mädchen und Jungen ab einem Alter von fünf Jahren.
Die Betreuung und Erziehung in der Heilpädagogischen Wohngruppe sollen die psychosoziale Belastung mindern, Wohlbefinden und Gesundheit stärken, Erfahrungslernen im heilpädagogischen Setting ermöglichen sowie durch heilpädagogische Einzelförderungen Entwicklungsdefizite kompensieren und seelische Störungen aufarbeiten.
Eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge als Gruppenleitung, eine Heilpädagogin oder ein Heilpädagoge und drei Erzieher(innen) begegnen den Verhaltensauffälligkeiten und Störungsbildern mit angemessener Wertschätzung, einer Grundhaltung des Gewährenlassens in Krisensituationen und einem vorbehaltlosen Respekt vor der Lebensgeschichte und den oftmals damit einhergehenden traumatischen Erlebnissen und Erfahrungen.
Die pädagogische Betreuung fußt auf einem individuellen Förderplan, der nach einer obligatorischen Eingangsdiagnostik entwickelt und im Rahmen der Hilfeplanung besprochen, überprüft und fortgeschrieben wird. Herkunftsfamilie und Institutionen, die Teile der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen sind, werden auf Basis des Förderplans bewusst und zielgerichtet einbezogen. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schule ist Grundvoraussetzung für den individuell möglichen Schulerfolg.
Ein sehr strukturierter Tagesverlauf gibt den Mädchen und Jungen Ordnung, Verlässlichkeit und Stabilität in ihr Leben, das doch so sehr von Ambivalenz, Unsicherheit, Desorganisation, Verrücktheit und Versäumnissen in der Vergangenheit überschattet war. Und das alltägliche Gruppenleben bringt ein Stück weit eine gesellschaftlich so bewertete „Normalisierung“ in die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen hinein, was neue Chancen und verschüttete Ressourcen sichtbar macht.
Wöchentliche heilpädagogische Einzeltherapiestunden werden zum Beziehungsaufbau, zur Sinnes- und Körperwahrnehmung und zur Persönlichkeitsentwicklung individuell eingesetzt. Snoezelen und das Heilpädagogische Reiten/Voltigieren gehören zusätzlich zu unserem Maßnahmenkatalog der heilpädagogisch orientierten und gebotenen Entwicklungsförderung.
Kontakt:
Veronika Kaczmarczyk
Bereichsleitung
Tel.: 0 54 21 / 94 24 11
E-Mail: Veronika.Kaczmarczyk@wekido.de
Sozialpädagogischer Hort
Wir betreuen am Nachmittag eine Gruppe von max. zehn Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die durch erschwerte Lebenssituationen besondere Unterstützung in den verschiedenen Lebensbereichen benötigen.
Ein wichtiges Ziel ist es, den Kindern eine sichere und strukturierte Umgebung zu bieten, die sie bei der altersgemäßen Entwicklung unterstützt. Unser ganzheitlicher Ansatz umfasst z. B. die Bereiche Spiel, Kognition, sozialer Umgang, Bewegung und Kreativität und bietet den Kindern die Möglichkeit, sich im Gruppengefüge wohl zu fühlen, soziale Kompetenzen zu erwerben oder sich besser auf die schulischen Herausforderungen einzulassen.
Zusätzlich arbeiten wir mit zwei Therapiebegleithunden. Sie werden zur tiergestützten Pädagogik eingesetzt, um unsere Arbeit in den Bereichen Emotionalität und Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten sowie Sprache und Kommunikation zu unterstützen.
Der sozialpädagogische Ansatz wirkt sich durch feste Bezugspersonen und die Zugehörigkeit zu einer überschaubaren Gruppe positiv auf Lern-, Entwicklungs- und Beziehungsprozesse aus.
Wir können frühzeitig und niedrigschwellig bei familiären Schwierigkeiten ansetzen, damit die Kinder und Eltern schnellstmöglich Entlastung erfahren bzw. die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden. Bei Bedarf verweisen wir auf weitere Angebote, z. B. das KiFaZ vor Ort.
Die Kinder besuchen die Einrichtung in der Zeit von 11.30 Uhr bis 17.00 Uhr und bis auf vier Wochen Schließungszeit im Jahr auch in den Ferien.
Die Betreuung der Kinder erfolgt immer durch mindestens zwei Fachkräfte.
Bei Interesse sind wir für Sie in der Zeit zwischen 11 Uhr und 17 Uhr erreichbar.
Ansprechpartnerin:
Hannah Achterkamp
Sozialpädagogischer Hort
Bergstraße 8, 49201 Dissen
Tel.: 0 54 21 / 93 24 53
E-Mail: hort.dissen@wekido.de
Intern Betreutes Wohnen (IBW)
In unserem „Haus für junge Erwachsene“ in unmittelbarer Nähe zum Stadtkern und mit kurzem Fußweg zu Bus und Bahn befindet sich der zweigeteilte Verselbstständigungsbereich des Kinderdorfs. Es handelt sich um eine Dreier-WG und zwei Zweier-WGs.
Im vorderen Teil des Gebäudekomplexes befindet sich die Dreier-WG mit geräumigen Einzelzimmern und einem gemütlichen Gemeinschaftsbereich.
Daneben schließt sich ein Zweier-WG-Bereich an, der auch gut zum Paarwohnen geeignet wäre.
Im hinteren Nebengebäude des Wohnkomplexes befindet sich eine großgeschnittene 2-Zimmer-Wohnung.
Alle drei Wohneinheiten verfügen über eine Küche und sanitären Anlagen.
Bis zu sieben männliche und weibliche Jugendliche ab 17 Jahre und junge Erwachsene, die aufgrund emotionaler und sozialer Defizite und Belastungen auch über das 18. Lebensjahr hinaus noch spezielle Hilfe, die Einbindung in ein soziales Netz und soziale Kontrolle benötigen, leben hier ein WG-Konzept, bei Bedarf mit heilpädagogischer Attitüde.
Das Konzept sieht vor, dass eine Betreuung nicht rund um die Uhr vorgesehen ist. In den Anwesenheitszeiten wird bewusst „zugehend“ gearbeitet. Dieses bewusst zugehende Konzept zielt ab auf die Förderung der Alltagsstrukturierung, die Entwicklung alltagspraktischer Fähigkeiten auf Grundlage einer individuellen Förderplanung, die Förderung und Pflege sozialer Kontakte und die Entwicklung einer realistischen Lebensperspektive.
Regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche sowie initiierte und begleitete Gruppenaktivitäten geben den jungen Menschen die nötige Orientierung und Sicherheit im Alltagshandeln. Gemeinsame Behördengänge und größtmögliche Unterstützung in der Berufsfindung und/bzw. in der Arbeitsplatzkontinuität sind ebenfalls fest im Konzept verankert.
Labile junge Erwachsene mit und ohne Psychiatrieerfahrung erhalten psychosoziale Unterstützungsleistungen.
Die Betreuung erfolgt je nach dem individuellen Bedarf im Rahmen verhandelter Fachleistungsstunden oder des Pauschalentgeltes. Beim Paarwohnen muss der einziehende Partner nicht zwingend Jugendhilfebedarf haben. Er hat sich an den Miet- und Mietnebenkosten zu beteiligen.
Der Jugendliche / junge Erwachsene ist Mitglied der Hausgemeinschaft. Daraus resultieren Rechte und Pflichten, die er selbstverantwortlich mitzubestimmen und wahrzunehmen hat.
Kontakt:
Michaela Vaak
Diplom-Sozialpädagogin/-arbeiterin
Tel.: 0 54 21 / 94 24 14
E-Mail: michaela.vaak@wekido.de